Klaus N. Frick
Gestern, durfte ich einer Lesung, des allseits bekannten Klaus N. Frick, im Cafe Klatsch in Wiesbaden beiwohnen. Da ich lange Zeit (ca. ab Anfang der 80′er) Fanzines immer wieder gerne und auch reichlich konsumiert habe, kenne ich seine Geschichten aus seinem Fanzine Enpunkt (ich dürfte die Nummern [liegen im Keller] 1-10 haben, mittlerweile ist er bei #33 angekommen).
Interessant war es für mich, weil Klaus ungefähr die gleichen Phasen des Punkrocks in Deutschland erlebt hat und schonungslos die Guten- und die Schattenseiten niederschreibt. Da er zwischenzeitlich vom Fanzineschreiberling zum Schrifteller mutierte, hat er einige Bücher veröffentlicht, die dem einen oder anderen Leser bekannt sein dürften (Peter Punk und Zwei Whiskey mit Neumann). Nun wollte er aus seinem neuen Buch vorlesen und tat es auch.
Das Buch heißt Chaos en France und ist quasi die Fortsetzung von Peter Punk und spielt 1986 in Avignon, wo es Peter Punk mit seiner Freundin verschlagen hat.
Das Klatsch war relativ gut besucht (so wie ich das gesehen habe, waren alle Tische mehr oder weniger besetzt) und da Hartz IV-Tag war, gab es das Bier billiger (nur für Hartz IV Empfänger – aber man kennt ja Leute) und gegen 21 Uhr betrat dann Klaus die “Bühne” und legte schnell los. Er las einige Kapitel aus seinem Buch, die durchaus hörenswert waren. Eigentlich ein Buch für jede Altersklasse, die Älteren können in eigenen Erinnerungen schwelgen und die Jüngeren können sich ein Bild von einer Zeit machen, in der viele Dinge einfacher und direkter waren. Mitte der Achtziger war die Zeit in der, aus einer damals noch recht homogenen Punkszene, sich die Hardcore Szene abspaltete. In einem Kapitel, in dem er einen Konzertbesuch (der, laut seinen Worten, einzige Konzertbericht, da wie Klaus vermutet die Leser ja Wissen dürften, was auf Punkkonzerte abgeht) in einer französischen Klainstadt beschreibt, erzählt Klaus wie er (bzw. sein alter Ego Peter Punk) zum ersten mal mit Slamdance und Hardcore in Berührung kam. Alles so beschrieben, dass man sich als alter Hase ein Bild machen konnte, ohne dabei gewesen zu sein.
Danach gab es noch ein paar kleinere Diskussionen mit dem Publikum, wo er ein paar Details aus der damaligen Zeit erörtere. Als langjähriger Mitarbeiter des Zap hatte er die Entwicklung der daraufolgenden Jahre in der deutschen Punkszene hautnah miterlebt und konnte das eine oder andere Detail zum besten geben. Als langjähriger Fanzinekonsument waren das für mich zwar keine neuen, aber trotzdem war es nicht langweilig.
Es folgten noch ein paar ältere Kurzgeschichten und ein Gedicht.
Nach der Lesung ergaunerte sich noch der Uwe für 10 € ein Buch, für das Klaus laut seiner Aussage selbst 11 zahlt. Jaja so ist der Uwe, für ein Geschenk seiner Moni tut er alles. Ich trank noch ein paar Bier, analysierte noch ein wenig die Situation der bunten Liga und erwischte mit Mühe die letzte S-Bahn nach Mainz.
Also, wen ihr die Möglichkeit habt eine Lesung mit Klaus N. Frick zu lesen, besucht sie ruhig, es ist ein kurzweiliger und ruhiger (also genau richtig für den Wochenanfang) Abend.
[Nachtrag:] und er selbst Bloggt ebenfalls.

Merci, Struppi,
für den sehr netten Bericht. Muss ich ja glatt in meinem Blog erwähnen. Vielleicht am Wochenende …
Ciao
Klaus